Wir sind gerade mitten in der Vorbereitung für eine Oldtimerausfahrt: Für eine Woche wollen Günter (unser Oldtimer Spezialist) und ich nach England, also ins Morganland – und das mit einem Jaguar E-Type, den wir einer Sammlung entleihen durften.
Und diesmal werden wir uns und vor allem unsere Raubkatze auch richtig vorbereiten!
Warum leider? Weil ich das eben auch nicht immer so gemacht habe. Denn auch das musste ich erst leidvoll lernen:
Neben all dem Charakter und der Nostalgie sind Oldtimer eben auch alte Autos. Sie haben alte Technik und auch der Zahn der Zeit nagte schon viele Jahre an ihnen – egal wie gut gepflegt sie sind. Deswegen kann man nicht einfach volltanken, kurz gegen die Reifen treten, einsteigen und auf Urlaubsfahrt gehen – weiß ich jetzt!
Noch vor ein paar Jahren ging ich deutlich blauäugiger an die Sache: eine verlockende Anzeige bot für meinen alten Toyota Landcruiser artgerechten Auslauf in der polnischen Seenplatte – kaum 950 km von dem Ruhrgebiet entfernt. Also: vollgetankt, eingestiegen (sogar den Tritt gegen die Reifen sparte ich mir) und los! Immerhin bis Lünen bin ich gekommen, bevor das hintere Achsdifferential festging!
Ich hatte mir keine Gedanken gemacht, was bei einem so alten Auto, das lange gestanden hat, so alles überaltert sein kann. Damit Du aber diese – wirklich nicht so tolle – Erfahrung gar nicht erst zu machen brauchst, habe ich diese Checkliste hier für Dich vorbereitet:
Diesieben wichtigsten Punkte, die Du bei der Vorbereitung einer Oldtimerausfahrt prüfen solltest:
Dein Oldtimer hat etliche Flüssigkeiten. Natürlich prüfst Du das Motoröl und füllst es bis kurz unter „Maximal“. Aber auch Deinen Getriebe-, Automatik- und ggf. Hydraulikölstand solltest Du nachsehen. Klar, auch die Bremsflüssigkeit ist wichtig – und mit dem Alter zieht diese Wasser und taugt immer weniger. Hier ist alleine schon nach einer langen Standzeit ein Wechsel sinnvoll, selbst, wenn die Menge noch stimmt.
Dein Oldtimer kann – wie mein Toyota – Schmiernippel haben. Kennst Du die noch? Da setzt man eine Fettpresse an und presst so lange, bis das alte Fett vom frischen herausgedrückt wird. Ein kompletter Schmierdienst kostet etwa 5 € und hätte mich über Lünen hinaus bis nach Polen und zurück gebracht.
Ein Blick auf Deine Reifen ist sinnvoll und kann lebenswichtig werden: Sind die porös oder haben schon Risse, sind sie hinüber, auch, wenn das Profil noch wie neu ist. Das Reifenalter kannst Du an der DOT-Nr. erkennen: Sie ist zumeist in einem Oval auf der Reifenflanke angegeben und besteht aus drei oder vier Zahlen. Sie geben die Produktionswoche und das Produktionsjahr an. Die Zahl „144“ bedeutet: 14. KW im Jahre 2004 – und dass die Reifen weg müssen, sie sind schon 13 Jahre alt und damit völlig ausgehärtet. Siehst Du dagegen „2713“ stammt der Reifen aus der 27. KW 2013 und ist nach vier Jahren noch gebrauchsfähig, falls er weder Risse oder poröse Stellen hat.
Auch über einen Blick auf Deine Dichtungen und Scheibenwischer wirst Du Dich spätestens im ersten Regenguss freuen. Ein paar neue Wischerblätter kosten wenig und schaffen viel. Und wenn Deine Dichtungen schon beginnen, porös zu werden, hilft Dir etwas Vaseline dabei, nicht sofort einen nassen Popo zu bekommen.
Schau auch nach Deinen Keilriemen: Auch diese lassen sich leicht und günstig austauschen, wofür Du Dich beglückwünschen wirst, wenn Du entdeckst, dass sie entweder schon aufribbeln oder sich mehr als einen Daumen breit eindrücken lassen. Fallen Dir nämlich erst einmal die angetriebenen Nebenaggregate aus, findet der zweite Teil der großen Fahrt auf dem Abschleppwagen statt.
Wenn Du ein Prüfgerät hast, kannst Du auch den Ladezustand Deiner Batterie prüfen und diese ggf. noch einmal an das Ladegerät hängen, bevor es losgehen soll.
Schließlich solltest Du einen Blick auf Deinen Kraftstofffilter werfen. Wo Du ihn findest, steht in der Bedienungsanleitung. Er ist aus Plastik und sieht aus wie ein Schauglas. Siehst Du darin nicht nur den klaren leicht eingefärbten Sprit, sondern auch erste dunkle Ablagerungen, wechsle ihn aus! Diese Ablagerungen können sich lösen, Deine Kraftstoffleitungen verstopfen und damit wiederum die große Fahrt beenden. Übrigens: Um solche Ablagerungen – manchmal schlicht Rost aus dem Tank – zu vermeiden, tanke den Oldtimer voll, bevor Du ihn längere Zeit wegstellst. Dann bewahrt der Kraftstoff im Tank die Tankwände davor, zu rosten!
All das haben wir gestern bei dem E-Type gemacht und wir sind nun guter Hoffnung, das wir weiter kommen, als damals – immerhin: Ab Lünen sind wir im Plus!
Ich wünsche Dir mit dem so vorbereiteten Oldtimer eine herrliche kleine, mittelgroße oder große Fahrt voller Spaß und ohne vermeidbare Hindernisse, denn: Wir machen Dich zum Experten!
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1 Kommentar
Schönes Auto. Der E-Type macht einfach Spaß!